Dein Erste-Hilfe-Tool für Konfliktsituationen

Dein Erste-Hilfe-Tool für Konfliktsituationen
Keiner will sie - keiner findet sie angenehm. Und dennoch befinden wir uns schneller drinnen, als uns oftmals lieb ist. Wovon ich spreche?

Ich spreche von einer klassischen Konfliktsituation.

Egal ob im privaten oder im beruflichen Kontext. Es gibt sicher verschiedene Gründe dafür, die dich, mehr oder weniger schnell, explodieren lassen. Und schon steckst du mittendrin - im Konflikt.

Was dich triggert

  • Du vertrittst beispielsweise eine andere Meinung als dein/e ArbeitskollegeIn.
  • Fühlst dich vom Chef benachteiligt, nicht wertgeschätzt oder einfach übersehen.
  • Dein Partner oder deine Partnerin hört dir nicht zu und lässt dich zum wiederholten Mal nicht aussprechen.
  • Oder beschuldigt dich sogar und macht dir Vorwürfe

Die Liste an Triggern, die dich in Konfliktsituationen katapultiert, kann ewig fortgesetzt werden.

Viel interessanter finde ich es jedoch, dir eine Möglichkeit vorzustellen, die du als Erste-Hilfe-Tool in bereits bestehenden Konfliktsituationen anwenden und dadurch schneller eine Lösung herbeiführen kannst. Das Tool bringt dir zusätzlich auch mehr Souveränität bei zukünftigen Konflikten.

Konflikte bergen Wachstumspotential

Gleich mal vorweg – ich möchte Konflikte an sich nicht schlecht reden.

Sie bieten die Grundlage für Veränderung, Weiterentwicklung, Selbsterkenntnis und Verbesserung.
Ich vertrete die Meinung, dass wir ihnen keinesfalls aus dem Weg gehen sollten, da sie ein enormes Potential für unser persönliches Wachstum an den Tag legen.

Vielmehr ist es die Art und Weise wie du mit der Situation umgehst, um auch wirklich davon zu profitieren. Denn sonst ist ein Konflikt tatsächlich nur unangenehm und für die Katz…

Ein Blick in deine frühen Lebensjahre

Um Konflikte nun wirklich konstruktiv nutzen zu können, ist es wichtig zu verstehen, warum es dabei im Grunde tatsächlich geht. Und dafür ist ein Blick in deine Kindheit entscheidend.

Jedem ernsterem Konflikt mit Personen deines täglichen Lebens liegt ein bestimmtes Thema zu Grunde, um das sich die Auseinandersetzung oder die Meinungsverschiedenheit dreht.
Die Auslöser (auch sogenannte Trigger) sind meist Personen, die dich

  • nicht ausreden lassen
  • ständig beschuldigen
  • dir keine Wertschätzung entgegenbringen

Du kennst sie bestimmt und die Aufzählung kann, wie schon erwähnt, ewig fortgesetzt werden ;).

Die Person bzw. das Konfliktthema ist aber in Wahrheit nur ein Symbol, das dir hilft, die negativen Gefühle in dir nach außen zu tragen, um damit eine innere und unbewusste Spannung zu konkretisieren.

Du kannst daher davon ausgehen, dass es in Wahrheit nie nur um die Person/das Konfliktthema an sich, sondern vielmehr um etwas tiefer Liegendes in dir geht, das dir meist nicht bewusst ist.

Tiefgehende Konflikte mit Personen deines täglichen Lebens oder vor allem auch Beziehungskonflikte sind nämlich die unbewusste Wiederholung einer sehr früh in deinem Leben erfahrenen emotionalen Verletzung. Die Ursache dieser emotionalen Verletzungen sind meistens unerfüllte Entwicklungsbedürfnisse aus deiner frühen Kindheit.

Bei diesen Entwicklungsbedürfnissen geht es um Themen wie

  • Sicherheit
  • Nähe und Distanz
  • Wertschätzung
  • Unterstützung usw.

für deren positive Erfüllung ein bestimmtes Verhalten der ersten Bezugspersonen (meist sind es die Eltern) nötig ist, um diese positiv abzuschließen.

Entwicklungsbedürfnis – ein Beispiel

Wenn zum Beispiel die fünfjährige Marie ihre Kreativität auslebt und ihre Fingerferigkeit mit Wasserfarben testet, wird sie, mit hoher Wahrscheinlichkeit, voller Stolz mit dem fertigen Bild bei ihren Eltern ankommen und es freudig unterbreiten.
Reagieren die Eltern darauf nicht oder betonen überwiegend, was die kleine Marie zukünftig alles anders machen muss, damit das Bild beim nächsten Mal “perfekt” ist, wird sie wahrscheinlich geknickt und traurig von dannen ziehen. Ihre Fähigkeiten und ihr Bild wurden nicht in ausreichendem Maß wertgeschätzt.

Passieren ihr ähnliche Situation mit ihren Eltern kontinuierlich, bleibt die Sehnsucht nach Erfüllung ihres Entwicklungsbedürfnisses – nämlich jenes nach Wertschätzung ihrer Fähigkeiten – auch im Erwachsenenalter weiterhin unbewusst bestehen.

Nachdem wir im Laufe unseres Lebens nach unseren vollen Potentialentfaltung streben, sind wir darauf aus, uns diese unerfüllten Anteile bewusst zu machen und manövrieren uns unbewusst in (Konflikt-)Situationen in denen dieses Erkennen möglich werden kann.

Vorausgesetzt wir beißen uns nicht an der Symbolebene (an der Person oder am Thema) des Konflikts fest.

Was bedeutet das für die Gegenwart?

Was du daher in deine nächste Konfliktsituation mitnehmen kannst, ist das Wissen, dass unerfüllte Entwicklungsbedürfnisse in dir schlummern, die diese – wenn auch unangenehme – Konfliktsituation ans Tageslicht befördern möchte.

Denn nur, wenn du deine Bedürfnisse erkennst, kannst du sie benennen und dich an die Erfüllung dieser Bedürfnisse machen.

Erste-Hilfe-Tool – das 97 : 3 Prinzip

Das 97:3 Prinzip ist somit das essentielle Tool in deinem Erste-Hilfe-Koffer für Konfliktsituationen.

Es besagt, dass du in Situationen mit Konfliktpotential nicht auf die Symbolebene fokussieren sollst.
Um Lösungsmöglichkeiten zu finden, besinne dich viel eher darauf, dass das was du aktuell an Konfliktpotential siehst nur die Spitze des Eisbergs (das Symbol) ist.

Und das was tatsächlich dahinter steckt, zu 97% mit dir und deinen unerfüllten Entwicklungsbedürfnissen zu tun hat. Lediglich 3% (wenn nicht sogar weniger 😉 ) haben mit deinem Konfliktpartner/deinen Konfliktpartnern bzw. mit dem Konfliktthema zu tun.

Damit hast du die Möglichkeit einen anderen Blickwinkel einzunehmen und findest einfacher und schneller Lösungsmöglichkeiten.

Das 97:3 Prinzip – ein Beispiel

Damit du dir ein besseres Bild davon machen kannst, wie du das 97:3 Prinzip anwendest, möchte ich nochmal auf das Beispiel von der kleinen Marie zurückkommen.

Marie ist jetzt 28 Jahre und arbeitet als Grafikerin in einer Werbeagentur. Ihr Job macht ihr momentan überhaupt keinen Spaß, da sie mit ihrem Kollegen, der als Projektleiter tätig ist, ständig über Projekt-Designs diskutieren muss und das Gefühl hat, dass keine konstruktive Arbeit mit ihm möglich ist. Oft enden Meetings in Streitgesprächen über die zukünftige Projektausrichtung. Marie nervt die ständige Kritik, Überheblichkeit und die destruktive Gesprächskultur ihres Kollegen ungemein.

Sehen wir die Situation nun durch die 97:3 Brille
Das Symbol ist hier der Kollege, der – Marie’s Empfinden nach – seine Fähigkeiten über jene von ihr stellt. Sie anscheinend klein macht. Ihre Arbeit für die Projekte nicht zielführend findet. Ihr in Meetings keine Aufmerksamkeit schenkt und sie nicht ausreden lässt.

Soweit die Sicht auf den Konflikt aus Marie’s Welt.
Marie denkt, wenn nur er nicht wäre, wäre das Problem gelöst. Sie findet auf den ersten Blick keinen Weg mit ihm klar zu kommen und verstrickt sich immer weiter in den Konflikt.

Würde Marie nun das 97:3 Prinzip kennen und anwenden, würde sie als erstes symbolisch einen Schritt aus dem Konflikt mit ihrem Kollegen zurücktreten und einmal tief durchatmen.

Sie würde erkennen, dass der unliebsame Kollege nur ein “Platzhalter” – ein Symbol – in diesem “Spiel” ist. Hier sind die besagten 3% zu finden.

Anstatt ihn zu “bekämpfen” und sich weiter in den Konflikt zu verstricken, wäre es ihr mit dem Wissen über die 97:3 Prinzip möglich, an die Erforschung der 97% (ihr Anteil) zu gehen.

Marie könnte sich dabei fragen:

  • Wie laufen diese unliebsamen Meetings mit meinem Kollegen ab und was bedeutet diese Situation für mich?
  • Was fühle ich in dieser Situation?
  • Kenne ich diese Erlebnisse und Gefühle aus meiner Vergangenheit? Wenn ja, was ist vorgefallen?
  • Wo gab es Wiederholungen dieser Erfahrungen in meinem Leben?
  • Welche Erfahrungen hätte ich mir anstelle dieser gewünscht?
  • Was kann ICH heute dafür tun, um das, was ich mir damals gewünscht hätte, heute zu erleben?
  • Worauf habe ICH Einfluss und welchen nächsten konkreten Schritt möchte ich daher unternehmen?

Den Gewinn den Marie bzw. auch du durch die Anwendung des 97:3 Prinzip generierst:

  • persönliches Wachstum und Selbsterkenntnis
  • Erkennen und Benennen des eigenen Bedürfnisses
  • Klarheit über Konflikthintergründe und Möglichkeit Lösungsschritte einzuleiten
  • Schritte, um das Bedürfnis heute zu erfüllen, werden machbar
  • Umgang mit zukünftigen Konflikten wird souveräner

 

Welche Erfahrungen hast du bereits in Konfliktsituationen gemacht? Bist du in solchen Situationen deinen unerfüllten Bedürfnissen schon einmal auf den Grund gegangen?

Melde dich gerne bei mir, wenn du in einer aktuellen Konfliktsituation feststeckst und mehr Klarheit über DEINE 97% erreichen möchtest.

Das 97:3 Prinzip für einen neuen Rahmen . ein neues Ich

♥-lich

Manuela

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