Warum Lebendigkeit wichtiger ist, als Perfektion

Warum Lebendigkeit wichtiger ist, als Perfektion
Wann ist etwas perfekt, perfekt? Blöde Frage, denkst du jetzt vielleicht. Aber einer aktuellen Studie zufolge liegt Perfektionismus hoch im Kurs.
Kein Wunder - wird uns doch tagtäglich in den (sozialen) Medien vorgegaukelt, wie wir zu sein haben, was in der Norm liegt und wie wir uns zu verhalten haben, um dazu zu gehören und so richtig erfolgreich zu sein. An jeder Ecke warten Ratgeber, Besserwisser und Optimierer, um aus uns Klone der Social Media Vorbilder zu machen.
Und nicht nur die Generation der Millenials fühlt sich dadurch ständig beurteilt und unter Druck gesetzt. Nein - wir alle kennen sie doch mehr oder weniger - die Angst davor, nicht in den Rahmen zu passen…nicht perfekt zu sein.

Weiß und Schwarz der Perfektion

Perfektionismus steht für viele für Fleiß, Gewissenhaftigkeit, Genauigkeit, Anstrengung und hohe Ansprüche und kann uns in einem ausgewogenen Maß zu Höchstleistungen anspornen.

Doch wenn es dabei mehr um die Bestätigung von außen geht als um die eigene Motivation, beginnt das ganze ungesund zu werden.

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Die Jugendlichen von heute konkurrieren miteinander, um dem gesellschaftlichen Erfolgsdruck zu begegnen, und sie sind der Meinung, dass Perfektionismus notwendig ist, um sich sicher, sozial verbunden und wertvoll zu fühlen.

Thomas Curran

Geringer Selbstwert, Stress & Depression

Diese Feststellung in Thomas Curran’s Studie mit dem Titel “Perfectionism Is Increasing Over Time: A Meta-Analysis of Birth Cohort Differences From 1989 to 2016” zeigt, dass übertriebener Perfektionismus leider meist einem geringen Selbstwert und der Angst davor, wie einen das Umfeld sehen oder beurteilen könnte, entspringt.

Diese Angst vor ständiger Beurteilung führt nicht selten zu innerer Unruhe und Stress und im schlimmsten Fall sogar auch zu Depressionen.

Perfektionsfalle

Ein zu starker Fokus auf Perfektion gibt uns im schlimmsten Fall nicht nur das Gefühl, nie gut genug zu sein, sondern kann uns auch als Vorwand für konstante Selbstkritik dienen. Ja, du hast richtig gelesen, ich denke auch dienen. Denn…

…wenn ich schon im Vorhinein weiß, dass ich bzw. meine Handlungen nicht perfekt sind, dann brauche ich erst gar nicht aktiv zu werden und mit etwas zu beginnen…

Diese Tatsache dient somit als Vorwand, um erst gar nicht in die Gänge kommen zu müssen. Wir sabotieren uns damit in doppelter Hinsicht. Wir schüren einerseits unsere Selbstzweifel und drücken unseren Selbstwert nach unten, andererseits nehmen wir uns die Power um zu starten, plagen uns mit Demotivation und sehen keinen Sinn in unserem Tun.

Unvollkommenheit zulassen

Nachdem das jetzt geklärt ist, wie wäre es mal etwas Neues zu versuchen und den gewohnten Rahmen zu verlassen?

Ich habe auch immer hohe Ansprüche an mich selbst und sehe das Glas automatisch halb leer als halb voll. Immer wieder weist mich mein Liebster darauf hin, doch mal den unschätzbaren Wert des “Unvollkommenen” zu sehen. Den Wert in dem zu sehen, was jetzt schon alles ist und real vor mir liegt.

In all diesen Fähigkeiten, Qualitäten, Leistungen und real greifbaren Dingen liegt mein Wert und der Wert eines jeden. Wir haben genau in diesem Moment mehr als ausreichend Ressourcen, Wissen, Weisheit…um vieles positiv zu bewegen.

Wichtig ist, das zu erkennen und den Mut zu fassen, mit diesen Ressourcen nach draussen zu gehen – sichtbar zu werden. Sich nicht entmutigen zu lassen, dahinter zu stehen und sich nicht ständig zu vergleichen sondern einen Schritt nach dem anderen zu setzen. Egal wie perfekt die Ausführung und das Endergebnis ausfallen.

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Ein Mensch würde nie dazu kommen, etwas zu tun, wenn er stets warten würde, bis er es so gut kann, dass niemand mehr einen Fehler entdecken könnte.

John Henry Newman

Es wird immer andere geben, die jetzt schon mehr wissen, können oder haben. Aber um die geht es nicht, sondern um dich. Du kannst mit deinen Ressourcen für bestimmte Menschen viel gutes bewirken, deine Ziele erreichen und deine Wünsche Realität werden lassen. Lass dich durch perfektionistisches Denken nicht ständig bremsen.

Ausprobieren, Erfahrungen sammeln, Lernen…

Jede Handlung – und sei sie in deinen Augen noch so unvollkommen – bringt Erfahrung und Weisheit und füllt somit bildlich dein halbvolles Glas 😉 weiter bis es randvoll ist.
Und wenn der Zeitpunkt kommt, dass dein Glas überläuft, wirst du den Inhalt bildlich in ein größeres Glas umfüllen. Du ahnst es schon – danach liegt es wieder an dir zu benennen, ob das größere Glas halb voll oder halb leer ist und das Spiel des Füllens geht fröhlich weiter.
Denn darum geht es wirklich wirklich. Um auszuprobieren, Erfahrungen zu sammeln, zu lernen, zu erkennen

Das Glas ist für mich eine wunderschöne Metapher um mir immer wieder zu verdeutlichen, dass die ultimative Perfektion niemals zu erreichen ist. Also warum etwas nachlaufen, was unmöglich einzuholen ist. Beginnen wir doch besser mit dem was momentan möglich ist. Mit Handlungen, die durch unsere wunderbaren Fähigkeiten und Ressourcen, die wir heute schon haben und die wir schätzen dürfen, JETZT möglich sind.

Mit deinem „halb-vollem“ Glas zum

Neuen Rahmen . Neuen Ich

♥-lich

Manuela

P.S.: Wie geht’s dir mit diesem Thema? Lässt dich dein Perfektionismus oft erstarren oder hast du Erfahrungen und Tipps wie er ausgetrickst werden kann? Teil mir deine Gedanken gerne hier mit…

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