NEIN sagen im Job - ohne Schuldgefühle.

NEIN sagen im Job – ohne Schuldgefühle.
Und schon wieder war ich mittendrin. Mittendrin im Dilemma. Das darin bestand JA zu sagen, obwohl ich NEIN meinte.
JA zu sagen zu mehr Arbeit. Viel zu kurzen Deadlines. Viel zu wenig Kollegen, die das Projekt gemeinsam mit mir stemmen sollten. Aber auf das Verständnis meines Vorgesetzten brauche ich dafür ja nicht zu hoffen - O-Ton “das kann doch nicht so viel Zeit in Anspruch nehmen.”

Und schon war’s wieder passiert “Ja, das kann ich schon übernehmen…” sagte ich wie ferngesteuert, obwohl ich am liebsten NEIN geschrien hätte. Nicht wegen des Projekt’s generell, aber zu dem viel zu knappen Zeithorizont. Und der Tatsache, dass ich die Arbeit wieder mal alleine ausgefasst hatte.

Mein schlechtes Gewissen und das Gefühl als unfähig abgestempelt zu werden, machte es mir unmöglich die vier Buchstaben auszusprechen.

Geht’s dir auch öfter so? Kennst du solche Situationen in deinem Job? Wenn ja, dann hab ich 4 Tipps für dich, die es dir leichter machen - ohne Schuldgefühle - im Arbeitsalltag respektvoll NEIN zu sagen.

NEIN sagen ohne schlechtes Gewissen – eine der wichtigsten Kompetenzen im Joballtag

Selbstbewusst, empathisch aber bestimmt NEIN zu sagen ist eine der wichtigsten Fähigkeiten um einen selbstbestimmten, erfolgreichen und freudvollen Joballtag bestreiten zu können.

Oft leichter gesagt als getan. Aber was ist es, was uns da oftmals in die Quere kommt?

 

Glaubenssätze & Verhaltensmuster

Wir ertappen uns beim “JA sagen” und “NEIN meinen” vielleicht deshalb, weil wir es einfach so gewohnt sind. Weil wir glauben, dass genau dieses Verhalten von uns erwartet wird. Und unser Gegenüber ja ein bestimmtes Bild von uns hat, das wir auf keinen Fall zerstören möchte.
Wir wollen anderen eventuell gerecht werden, um Lob und Anerkennung zu erfahren und in der nächsten Bonusrunde besser auszusteigen. Nur blöd, wenn wir uns dafür komplett verbogen und zusätzlich verkalkuliert haben, weil wir am Ende ohne zusätzliche Kohle dastehen und trotzdem die ganze Arbeit erledigt haben.

 

Angst vor Verbindungsabbruch

Es ist aber auch gut möglich, dass du (so wie wir alle) Angst davor hast, dass dich jemand anderer ablehnt. Dass du als gemein und egoistisch wahrgenommen werden könntest. Und sich am Ende die anderen von dir abwenden.
Du sagst daher lieber JA und ärgerst dich in der gleichen Sekunde schon über dich selbst, als einem Kollegen oder deinem Chef ein NEIN entgegenzusetzen.
Von anderen angenommen zu werden und dazu zu gehören ist ein tief verwurzelter Wunsch. Bereits von klein auf erfahren wir, dass ein NEIN mit Zurückweisung und im schlimmsten Fall mit Strafe verbunden sein kann.
Diese Erfahrung des Kind-Ichs gräbt sich tief in unser Bewusstsein ein und lässt uns auch in späteren Jahren so gerne JA und Amen zu allem sagen. Schließlich wollen wir ja gemocht und anerkannt werden.

Dein Selbstwert

Echter Selbstwert vs. scheinheilige Bestätigung durch Dritte

Aber wenn es dir gelingt, die ganze JA/NEIN Sache aus der Erwachsenen Perspektive zu betrachten, wirst du schnell etwas feststellen. Du erkennst, dass dein Wert im Grunde nicht davon abhängt, was andere über dich denken. Oder ob andere dir Zuneigung und Bestätigung entgegenbringen. In dem Wissen, dich so in der Hand zu haben und sich das eigene Leben zu erleichtern.

Du bist wegen einer Absage kein schlechter Mensch. Hast noch immer wunderbare Fähigkeiten und bist mehr als liebenswert.
Überleg mal – wo kämen wir denn da hin, wenn jeder tun würde, was sich der andere wünscht oder verlangt, nur um etwas Wert zu sein.

Erkenne, dass NUR DU SELBSTdeinen echten Wert bestimmst. Mit einem bestimmten und entsprechend kommunizierten NEIN trägst du dazu mehr bei, als wenn du versuchst es allen recht zu machen.

Stärke deinen Selbstwert, indem du zu dir und deinen eigenen Werten stehst.
Sei gnädig mit dir, wenn’s nicht sofort gelingt. 

4 Tipps um einfacher NEIN sagen zu können

Du kannst jederzeit auf die folgenden Tipps zurückgreifen, damit dir das NEIN sagen gerade zu Beginn leichter fällt und dich mögliche Schuldgefühle nur ein müdes Lächeln kosten

 

Tipp 1: Kenne deine Werte und handle danach.

Das setzt voraus, dass du zu dir stehst und deine Wertvorstellungen immer vor Augen hast. Vertrau auf dich und verfolge deine eigenen Ziele. Handle nicht aus Angst, sondern entwickle deinen eigenen Plan. Wenn nötig gehe Kompromisse ein, aber verlier dich selbst nie aus den Augen.

Tipp 2: Nimm dir Bedenkzeit.

Wenn dich jemand um etwas bittet oder dich vor vollendet zu scheinende Tatsachen stellt, lass dich nicht überrumpeln.
Geh einen Schritt zurück und antworte nicht sofort. Sag deinem Kollegen oder Vorgesetzten, dass du dir die Sache erst durch den Kopf gehen lassen musst und erst dann eine Entscheidung treffen kannst. So nimmst du Tempo aus der Sache, das dein Gegenüber vielleicht bewusst einsetzt, um seine Interessen durchzubringen.

Tipp 3: Erkenne die Vorgehensweise der anderen und lege dir vorbeugend Strategien zu recht.

Deine Chefin wickelt dich immer mit derselben Masche um den Finger? Oder kannst du deiner Kollegin immer aus dem einen Grund nichts abschlagen? Überlege in einer ruhigen Minute einmal, was genau es ist, mit dem dir dein Umfeld immer wieder ein JA abringt.
Lege dir selbst eine Strategie zurecht, wie du dieser Taktik erfolgreiche als bis jetzt begegnest.
Vielleicht siehst du nicht nur immer die arme Kollegin, die so schnell überfordert ist und der du aufgrund deines Helfersyndroms nichts abschlagen kannst. Und ihr immer wieder in letzter Sekunde bei der Präsentationsvorbereitung aus der Patsche hilfst.
Sondern die Kollegin, die mehr oder weniger bewusst so handelt, um unliebsame Arbeit auf andere abzuwälzen.
Wenn du das erkennst, steuere gegen indem du mal nicht das tust, was du sonst immer tust. Sieh’s als Experiment, dann nimmt die Angst “nicht zu entsprechen” nicht das Steuer.

Tipp 4: Je klarer du bist, desto einfacher gelingt es NEIN zu sagen

Wenn du dich mehr oder weniger schnell zu einem NEIN durchgerungen hast und dieses auch kommunizierst, mach es kurz und bündig. Erklär dich nicht. Bleib freundlich und in einer verbindenden Kommunikation mit deinem Gegenüber. Sei dem anderen nicht böse, dass er oder sie dich in diese Lage gebracht hat.
Sei stattdessen klar und verstricke dich in keine Begründungen oder Rechtfertigungen.
Du gibst dem anderen dadurch viel weniger Raum für Umstimmungs-Versuche oder Diskussionen.

Trau dich!

Ich weiß ja nicht, wie’s dir bisher gegangen ist, aber meist stellen wir uns das NEIN sagen ja viel schlimmer vor, als es im Endeffekt tatsächlich ist. Wir müssen uns nur mal drüber trauen. So wie beim ersten Sprung vom 3-Meter-Brett. Davor liegen die Nerven plank. Aber wenn wir’s geschafft haben, sind wir mächtig stolz und wollen’s immer wieder versuchen.

Welche Erfahrungen hast du bis jetzt gesammelt? Bist du ein notorischer JA-Sager den das schlechte Gewissen plagt oder teilst du schon immer öfter erfolgreich NEIN’s aus?
Welche Strategien sind für dich die zielführenden? Ich freu mich auf deinen Kommentar.

Trau dich NEIN zu sagen – für einen neuen Rahmen . ein neues Ich

♥-lich

Manuela

Die Abmeldung vom Newsletter ist jederzeit möglich. Details in der Datenschutzerklärung.

Kommentare

0 Kommentare

Neuer RahmeN . Neues IcH

Du möchtest deine beruflichen Ziele verwirklichen?